Neue Regeln für den Besuch der Praxis

Neue Regelung ab 29.11.2021

Wir betreuen in unserer Praxis viele Schwangere, die ein hohes Risiko für eine COVID-19 Infektion mit der hochansteckenden Delta Variante haben.

Auf Grund der derzeitigen dramatischen Infektionssituation, bitten wir um Verständnis, dass ab sofort keine Begleitpersonen mehr erlaubt sind! Dies gilt auch für Kinder.

Einzige Ausnahmen bestehen bei Notfällen und wenn die Begleitperson zur Übersetzung notwendig ist.

 

Wir bedanken uns für Ihre Rücksichtnahme und Ihr Verständnis.

 

Alle anderen Schutzmaßnahmen gelten weiterhin:

Maskenpflicht mit FFP2 – Kn95 Maske

Bitte nach betreten der Praxis die Hände desinfizieren. Der Spender steht direkt im Anmeldebereich

Halten Sie weiter zu anderen Personen und zu unseren Mitarbeitern Abstand.

Bitte haben Sie auch Verständnis dafür, dass wir unsere Arzt-Patienten-Kontakte so kurz wie möglich gestalten.

Unser Praxisteam ist bereits vollständig geimpft und geboostert.

 

Diese Maßnahmen sind wichtig, damit unsere Patienten und auch wir geschützt sind und möglichst gesund durch diese wirren Zeiten kommen.

Stellungnahme zur STIKO Empfehlung

Warum ich die Anwendung von Biontech nach Astra nicht empfehle und warum ich glaube, dass es kommen wird.

Seit dem 1.7. gibt es eine Empfehlung der STIKO zur Anwendung eines heterologen Impfschemas nach Erstimpfung mit Astra Zeneca. Seitdem gibt es viele Nachfragen.

Zunächst möchte ich sagen, dass es auf der Seite der STIKO nur den Beschlussentwurf zu sehen gibt. Leider fehlt eine wissenschaftliche Begründung. Es werden aktuelle Studienergebnisse zitiert, die allerdings nicht konkret benannt werden. Aber die Anzahl der Arbeiten ist übersichtlich und ich habe sie mir zu Gemüte geführt.

Allen, wirklich allen Studien ist eines gemeinsam: Sie sind noch nicht endgültig veröffentlicht. Es handelt sich ausnahmslos um sog. preprint Publikationen. Das sind Veröffentlichungen, die den strengen Kontrollen (peer reviews) der Verlage noch nicht unterzogen wurden. Deshalb ist der wissenschaftliche Wert sehr begrenzt. Dies wird aber bei allen Publikationen deutlich angezeitgt: „This article is a preprint and has not been peer-reviewed. It reports new medical research that has yet to be evaluated and so should not be used to guide clinical practice“. Hier wird bereits klar und deutlich gemacht, dass diese Ergebnisse nicht als Leitfaden für die klinischen Anwendung herangezogen werden sollen.

Die Fallzahlen sind sehr gering und die Studien lassen sich nur unzureichend bis gar nicht vergleichen.

Die bedeutet, dass die klinische Evidenz (Beweiskraft) eingeschränkt ist.

Dies wird auch in Fachkreisen offen kritisch diskutiert.

Was steht aber nun in diesen Studien?

Es geht um die Immunantwort bei der Verwendung von unterschiedlichen Impfstoffen (hier erst Astra, dann Biontech). Die Ergebnisse sind interessant: In der einzigen randomisierten Studie wurde bei einer Anwendung von Astra/Biontech die gleichen Antikörperreaktionen gefunden, wie bei Biontech/Biontech. Nicht mehr. Es wird der Schluss gezogen, dass die Anwendung von Biontech nach Astra die gleichen Reaktionen hervorruft, wie zwei Dosen Biontech. Von einer wesentlich besseren Reaktion ist nicht die Rede. In einer anderen Studie wurde zwar deutlich bessere Reaktionen gefunden, die Vergleichbarkeit ist aber sehr eingeschränkt.

Alle Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse vielversprechend sind und weitere Studien notwendig sind, um genaue Empfehlungen auszusprechen. Im Augenblick sollen die Studien helfen, um bei akutem Impfstoffmangel den Einsatz unterschiedlicher Impfstoffe zu ermöglichen und einen Schutz der Bevölkerung in dieser Mangelsituation zu ermöglichen.

In Zukunft kann es durchaus sein, dass generell auf guter wissenschaftlicher Basis ein Wechsel der Impfstoffe empfohlen wird. Deshalb glaube ich, dass es so kommen wird.

Aber warum empfehle ich nicht den Wechsel:

  1. Die Medikamente sind schlicht dazu nicht zugelassen. Die Anwendung bedeutet eine off label use und ich als anwendender Arzt kann keine verlässliche Aussagen über Schutz und Nebenwirkungen geben. Bei den zugelassenen Kombinationen haben wir inzwischen Erfahrung von mehreren Millionen Anwendungen.
  2. Die Datenlage ist zu gering, als dass eine Empfehlung für die breite Anwendung empfohlen werden kann. Einzelne Ergebnisse, auch wenn sie vielversprechend sind erlauben nicht die generelle Empfehlung.
  3. Es gibt derzeit genügend Impfstoff um alle in den bewährten Schemata Biontech/Biontech mit 6 Wochen Abstand oder Astra/Astra mit 12 Wochen Abstand zu impfen.
  4. Die Inzidenzen sind niedrig (Stand heute)und wir haben genügend Zeit die Impfabstände einzuhalten.
  5. Alle Impfstoffe sind wirksam bei den bisher bekannten Mutationen, wenn sie zweimal gegeben werden und die Zeit zwischen den Impfungen ausreichend ist, um einen Schutz aufzubauen.
  6. Innerhalb der EU ist die sogenannte Mix-Match Impfung als komplette Impfung anerkannt. Ob dies weltweit so gilt, ist fraglich. Vor allem da die WHO dieses Vorgehen ausdrücklich nicht empfiehlt. Es kann also sein, dass die Einreise in fremde Länder verweigert wird.

Was bedeutet dies für unsere Praxis?

Wir werden für alle Impflinge beide Impfstoffe für die Zweitimpfung vorrätig haben. Wie es dann genau abläuft, können wir jetzt noch nicht abschätzen.

Literatur:

  1. Mitteilung der STIKO zur COVID-19-Impfung: Impfabstand und heterologes Impfschema nach Erstimpfung mit Vaxzevria (1.7.2021)
  2. Interim recommendations for use of the ChAdOx1-S [recombinant] vaccine against COVID-19 (AstraZeneca COVID-19 vaccine AZD1222, SII Covishield, SK Bioscience)
  3. Safety and Immunogenicity Report from the Com-COV Study – a Single-Blind Randomised Non-Inferiority Trial Comparing Heterologous And Homologous Prime-Boost Schedules with An Adenoviral Vectored and mRNA COVID-19 Vaccine
  4. Immunogenicity and reactogenicity of a heterologous COVID-19 prime-boost vaccination compared with homologous vaccine regimens
  5. Safety, reactogenicity, and immunogenicity of homologous and heterologous prime-boost immunisation with ChAdOx1-nCoV19 and BNT162b2: a prospective cohort study
  6. Heterologous ChAdOx1 nCoV-19 and BNT162b2 prime-boost vaccination elicits potent neutralizing antibody responses and T cell reactivity
  7. Heterologous prime-boost COVID-19 vaccination: initial reactogenicity data
  8. Comment: Heterologous vaccine regimens against COVID-19

Covid Impfung in der Praxis Dr. Riedl

Ab Ende März sind Impfungen gegen Covid 19 in unserer Praxis möglich

Auf Grund der anfangs noch sehr beschränkten Liefermengen werden Impftermine von uns vergeben. Sobald aber mehr Impfstoff zur Verfügung steht, wird auch eine Anmeldung möglich sein. Wie es genau funktionieren wird und wie die Impfung abläuft können Sie auf der Seiten www.dr-riedl.com/impfen erfahren

Videokonferenz

Unsere Onlineangebote bauen wir ständig aus. Aktuell haben wir ein Videokonferenzsystem in das Ultraschallzimmer eingebaut. Hintergrund ist, dass derzeit keine Begleitpersonen in der Praxis erlaubt sind. Die werdenden Väter wollen bei den Untersuchungen oftmals anwesend sein oder haben auch Fragen an den Arzt. Mit unserem Angebot können sie bei der Untersuchung dabei sein. Nicht nur, dass sie das Ultraschallbild live und in höchster Qualität sehen, sie können auch nach der Untersuchung direkt Fragen stellen und sind somit Teil der Untersuchung.

Aber nicht nur das. Dadurch, dass eine zertifizierte und zugelassene Software der KV Bayern verwendet wird, können auch Kollegen von außerhalb zu den Untersuchungen hingezogen werden. So kann eine qualitativ hochwertige Versorgung gewährleistet werden. Die Schwangere kann mit den Experten reden und Fragen stellen und die Kollegen können sich ein Bild von dem Befund machen, ohne dass die Patientin zu ihnen kommen muss.

Für Technik Interessierte:

Das HDMI Signal des Ultraschallgerätes (GE Voluson E10) und das Signal der Kamera (Marshall MS-CV506) werden in ein kleines Videoschnittpult (Inogeni Share2) eingespeist. Für den Klang wird eine Lautsprecher-Mikrophonkombination aus dem Konferenzbereich genutzt (Jagbar Speak 510). Das ausgehende Signal wird in einem Laptop mit der Software von Redconnect gestreamt. Alles Vorgaben des Datenschutzes werden beachtet. Mittels HDMI Umschalter kann an dem Wandmonitor zwischen dem Ultraschallbild und der Videokonferenz hin- und hergeschaltet werden.

Vielen Dank an die Profis von www.nmav.de aus Nürnberg für die technische Unterstützung.